Beim Staking werden Kryptowährungen zur Teilnahme an der Absicherung eines Proof-of-Stake-Netzwerks eingesetzt. Dafür können Belohnungen entstehen. Diese Erträge sind variabel und weder mit Bankzinsen noch mit einer garantierten Anlage gleichzusetzen.

Was Proof of Stake bedeutet

Validatoren bestätigen Transaktionen und wirken an der Erstellung von Blöcken mit. Ihr hinterlegter Einsatz ist Teil des Sicherheitsmechanismus. Auswahl und Vergütung richten sich nach den Regeln des jeweiligen Netzwerks. Anders als beim Proof of Work von Bitcoin ist dafür kein energieintensiver Wettbewerb spezialisierter Mining-Geräte nötig.

In fünf Schritten zum Verständnis

  1. Netzwerk auswählen. Ethereum, Solana, Cardano, Polkadot und Cosmos verwenden unterschiedliche Staking-Modelle. Prüfen Sie Nutzen, Emission neuer Token und konkrete Teilnahmebedingungen.
  2. Teilnahmeform vergleichen. Ein eigener Validator erfordert Betrieb und technisches Wissen. Delegation überträgt Validierungsaufgaben; zentrale Plattformen bringen Verwahrungsrisiken mit. Liquid Staking gibt einen Token aus, der eine Position repräsentiert und zusätzliche Vertrags- und Liquiditätsrisiken hat.
  3. Ausstieg klären. Wartezeiten, Freigabefristen und Auszahlungswarteschlangen unterscheiden sich und können sich ändern. Der Verkauf eines Liquid-Staking-Tokens ist nicht dasselbe wie die Rückgabe zum zugrunde liegenden Vermögenswert.
  4. Validator und Kosten prüfen. Achten Sie auf Betriebshistorie, Provision, Verwahrung der Schlüssel und geltende Sanktionen, bevor Sie eine Transaktion bestätigen.
  5. Erträge überwachen. Manche Modelle legen Belohnungen automatisch wieder an, andere benötigen eine eigene Transaktion. Deren Gebühren können kleine Wiederanlagen unwirtschaftlich machen.

Bei Ethereum sind für einen eigenen nativen Validator mindestens 32 ETH erforderlich; Poolangebote können kleinere Beträge bündeln. Einzelheiten stehen in der Ethereum-Staking-Dokumentation.

APR und APY unterscheiden

KennzahlBedeutungWiederanlage enthalten?
APRAnnualisierter einfacher ErtragssatzNein
APYEffektiver JahresertragJa

Bei konstantem APR, gleichen Perioden und vollständiger Wiederanlage gilt:

APY = (1 + APR/n)^n − 1

APR wird als Dezimalzahl eingesetzt, n ist die Zahl der Wiederanlagen pro Jahr. Bei 5 % APR und täglicher Wiederanlage ergibt sich ungefähr 5,13 % APY, vor Gebühren und Steuern.

Wie stark wirkt die Häufigkeit?

Modell mit 10.000 USD Anfangswert, konstantem Tokenpreis und 8 % APR:

WiederanlageAPYWert nach einem Jahr
Keine8,00 %10.800 USD
Monatlich8,30 %10.830 USD
Täglich8,33 %10.833 USD
Stetig, theoretisch8,33 %10.833 USD

Die Werte sind gerundet. Der Unterschied zwischen monatlicher und täglicher Wiederanlage ist hier gering. Häufigere Wiederanlage lohnt sich nur, wenn zusätzliche Kosten den Mehrertrag nicht aufzehren.

Renditeangaben richtig vergleichen

Eine dauerhaft gültige Renditetabelle je Netzwerk gibt es nicht. Belohnungen hängen unter anderem von Gesamteinsatz, Netzwerkauslastung, Emission und Provision ab. Ein hoher Prozentsatz kann vor allem eine starke Tokeninflation widerspiegeln. Für die relative Veränderung gegenüber der Tokenmenge gilt näherungsweise Ertrag minus Inflation; genauer ist (1 + Ertrag)/(1 + Inflation) − 1. Das ist noch keine Rendite in Euro oder Dollar.

Die wichtigsten Risiken

Slashing und Betrieb: Manche Netzwerke kürzen Einsätze bei bestimmten Regelverstößen. Ausfälle können Belohnungen verringern; Regeln und Folgen für Delegierende sind netzwerkspezifisch.

Bindung und Liquidität: Während einer Freigabefrist lässt sich die Position möglicherweise nicht verkaufen. Liquid-Staking-Token können mit Abschlag gehandelt werden.

Tokenpreis: 10 % mehr Token bei 40 % Kursverlust ergeben 1,10 × 0,60 − 1 = −34 % Wertveränderung vor Kosten.

Smart Contracts und Gegenparteien: Fehler, Angriffe oder die Zahlungsunfähigkeit eines Verwahrers können zu erheblichen Verlusten führen. Zusätzliche DeFi-Nutzung erhöht die Zahl der Abhängigkeiten.