Diversifikation verteilt eine Anlage auf mehrere Risiken. Sie kann die Abhängigkeit von einem einzelnen Unternehmen oder Marktsegment verringern. Sie garantiert weder Gewinn noch dieselbe Rendite bei beliebig geringerem Risiko.
Einzelrisiko und gemeinsames Marktrisiko
Bei einer einzigen Aktie kann ein Unternehmensausfall einen großen Teil des Vermögens vernichten. Auf mehrere unabhängige Unternehmen verteilte Anlagen begrenzen diese Konzentration. Ein allgemeiner Marktrückgang kann trotzdem viele Positionen zugleich treffen. Entscheidend sind die wirtschaftlichen Risiken hinter den Produkten, nicht nur ihre Anzahl.
Korrelation richtig interpretieren
Korrelation beschreibt den statistischen linearen Zusammenhang von Renditen:
| Wert | Interpretation |
|---|---|
| Nahe +1 | Stark gleichgerichtete Bewegungen |
| Nahe 0 | Geringer linearer Zusammenhang |
| Nahe −1 | Stark gegenläufige Bewegungen |
Unkorreliert bedeutet nicht automatisch unabhängig oder immer gegenläufig. Korrelationen ändern sich mit Zeitraum, Währung und Marktbedingungen und können in Krisen steigen. Feste Zahlen für „Aktien gegen Gold“ oder „Aktien gegen Anleihen“ ohne Datengrundlage sind kein zuverlässiger Planungswert.
Vier Ebenen der Streuung
Anlageklassen: Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe und liquide Mittel haben unterschiedliche Ertragsquellen. Bargeld hat Kaufkraft- und gegebenenfalls Bankrisiken; Anleihen können Zins- und Ausfallrisiken tragen. Keine Kategorie ist pauschal risikofrei.
Regionen: Mehrere Länder können die Abhängigkeit von einer Volkswirtschaft verringern. Handelswährung, Unternehmenssitz und weltweite Umsätze sind dabei unterschiedliche Merkmale. Ein Fonds auf entwickelte Märkte enthält nicht automatisch Schwellenländer.
Branchen: Technologie, Gesundheit, Energie und andere Sektoren reagieren unterschiedlich. Ein festes Schema, welche Branche in jeder Konjunkturphase gewinnt, ist keine sichere Prognose.
Unternehmensgrößen: Große, mittlere und kleine Firmen unterscheiden sich unter anderem in Finanzierung, Handelbarkeit und Entwicklungsmöglichkeiten. Größe allein garantiert weder Stabilität noch Wachstum.
Aufteilungen als Rechenbeispiele
Die folgenden Zeilen zeigen unterschiedliche Gewichtungen, keine persönlichen Empfehlungen:
| Beispiel | Aktien | Anleihen | Immobilien | Gold und liquide Mittel |
|---|---|---|---|---|
| A | 20 % | 60 % | 10 % | 10 % |
| B | 50 % | 25 % | 15 % | 10 % |
| C | 80 % | 5 % | 10 % | 5 % |
Jede Zeile ergibt 100 %. Welche Aufteilung tragbar ist, hängt von Ziel, Liquiditätsbedarf, Verlustfähigkeit und Zeithorizont ab. Auch Beispiel A kann für einen kurzfristig sicher benötigten Betrag ungeeignet sein. Ein langer Zeitraum beseitigt Risiko nicht.
Rebalancing
Aus 70 % Aktien und 30 % Anleihen können durch unterschiedliche Kursbewegungen 80 % und 20 % werden. Rebalancing stellt eine gewünschte Gewichtung wieder her. Dafür kommen Verkäufe und Käufe oder neue Einzahlungen in untergewichtete Bereiche infrage.
Eine Prüfung kann regelmäßig oder anhand vorher definierter Abweichungen erfolgen, etwa fünf Prozentpunkte vom Ziel. Berücksichtigen Sie Kosten und Steuern. Rebalancing steuert das Risikoprofil; es garantiert keinen höheren Ertrag.
Häufige Missverständnisse
Mehrere Fonds auf denselben Index können nahezu dieselben Risiken enthalten. Umgekehrt kann ein einziger breiter Fonds viele Titel bündeln. Es gibt keine universelle Grenze von fünf oder sechs Positionen, ab der die Streuung ausreichend wäre. Prüfen Sie Überschneidungen, große Einzelgewichte, Kosten und verständliche Verwaltung statt eine feste Produktzahl anzustreben.
Die Einführung von Investor.gov zur Vermögensaufteilung bietet ergänzende Grundlagen zu dieser Unterscheidung zwischen Aufteilung, Streuung und Anpassung.